Ermöglichungskultur

Den Möglichkeitsraum vergrößern

„Wenn es einen Wirklichkeitssinn gibt, muß es auch einen Möglichkeitssinn geben. […] Wer ihn besitzt, sagt beispielsweise nicht: Hier ist dies oder das geschehen, wird geschehen, muß geschehen, sondern er erfindet: Hier könnte, sollte oder müßte geschehen. […] So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als die Fähigkeit definieren, alles was ebensogut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht weniger zu nehmen als das, was nicht ist.“[1]

In unserem Institut gehen wir davon aus, dass jeder Mensch den von Robert Musil beschriebenen Möglichkeitssinn in sich trägt und dass er damit gute Wirklichkeiten schaffen und sinnvolle Entwicklungen anstoßen und begleiten kann. Im Anschluss an den Theoretiker des Radikalen Konstruktivismus Heinz von Foerster wird in der systemischen Praxis versucht, den Möglichkeitsraum der beteiligten Menschen zu vergrößern. Von Foerster prägte den ethischen Imperativ: „Handle stets so, dass du die Anzahl der Möglichkeiten vergrößerst!“ Durch zukunftsorientierte systemische und hypothetische Fragen wird der Möglichkeitssinn stimuliert. Durch die Möglichkeitsorientierung können Festschreibungen und Diagnosen, die eventuell Opferrollen oder Krankenperspektiven verstärkt haben, verlassen werden.

In unserem Institut versuchen wir konsequent das, was Musil gemeint und von Förster gefordert hat, innerhalb einer >>Ermöglichungskultur<< umzusetzen und (vor-) zu leben. Das sieht so aus, dass wir uns selbstfürsorglich um ein gesundes Grenzbewusstsein innerhalb unserer eigenen Persönlichkeit kümmern und unsere konstruktiven Grenzen auch kommunizieren. In der Selbstwahrnehmung unserer Möglichkeiten gehen wir bis an unsere Grenzen, wenn Menschen mit Anliegen und Bedarfen an uns herantreten. Wir achten dabei auf die jeweiligen Beziehungsbedürfnisse und schützen die Beteiligten vor Helfersyndrom-Dynamiken (Schmidtbauer) sowie Opferkonstruktionen. Was sowohl unsere Honorare als auch unsere Klienten-Beziehung angeht, orientieren wir uns am Wohlergehen unserer Kundeninnen und stellen eigene Interessen zurück. Wir haben ein Ermöglichungshonorarmodell entwickelt, das bei Interesse an den Angeboten des Institutes per Mail angefordert werden kann.

[1] Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften. Roman [1930/32]. Neuausgabe 1978. Reinbek: Rowohlt, 21987, Band I, p., Färbung: PJH.